Spiel des Jahres 2017 - Spiele Joker

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Spiel des Jahres 2017

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SPIEL DES JAHRES 2017

Die Spiel des Jahres e.V. nominiert jeweils drei Spiele für folgende Preiskategorien:

Kinderspiel des Jahres (blauer Pöppel)

Spiel des Jahres (roter Pöppel)

Kennerspiel des Jahres (anthraziter Pöppel)

Ausserdem werden jeweils in jeder Kategorie die besten Spiele auf die Empfehlungsliste der jeweiligen Kategorie gepackt.

Ich möchte mich in diesem Beitrag mit den nominierten zum Spield des Jahres auseinandersetzen, da diese in den Bereich der Spiele fallen, welche ich hauptsächlich rezensiere.

Welches Ziel verfolgt die Spiel des Jahres e.V. mit der Vergabe des roten Pöppels? Folgendes wird auf deren Seite festgehalten:

Zielsetzung Spiel des Jahres

Die im Rahmen des Kritikerpreises "Spiel des Jahres" verliehenen Auszeichnungen sollen das Kulturgut Spiel fördern, den Gedanken des Spielens im Familien- und Freundeskreis beleben und eine Orientierungshilfe im großen Spieleangebot geben.

Diese Definition lässt einen grossen Spielraum, welche jedoch durch das Kinderspiel des Jahres eingeschränkt wird

Zielsetzung Kinderspiel des Jahres

Der Kritikerpreis soll sowohl Familien mit Kindern als auch Erziehern eine eigene Orientierungshilfe geben und auf herausragende Kinderspiele aufmerksam machen. Dabei stehen Spiele im Vordergrund, die Kindern im Alter bis zu 8 Jahren Spielvergnügen bereiten, aber auch im gemeinsamen Spiel mit Eltern oder älteren Geschwistern Spaß machen.

und auch durch das Kennerspiel des Jahres Leitplanken erhält

Zielsetzung Kennerspiel des Jahres

Das "Kennerspiel des Jahres" soll denjenigen Menschen eine Orientierungshilfe bieten, die schon längere Zeit spielen und Erfahrung beim Erlernen neuer Spiele mitbringen.

Zielgruppe sind also Kunden, welche (noch) nicht regelmässig spielen, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu empfehlen, welches eine geringe Einstiegshürde bietet. Die Qualität wird an folgenden Punkten gemessen:

Spielidee (Originalität, Spielbarkeit, Spielwert)
Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
Spielmaterial (Funktionalität, Verarbeitung)
Grafik (Karton, Spielplan, Regel)

Die Jury Spiel des Jahres besteht aus 8 Mitgliedern. Sie legt die Preise Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres fest.
Für den Preis Kinderspiel des Jahres gibt es eine eigene Jury, welche aus 5 Mitgliedern besteht und einen Beirat von weiteren 3 Personen. Genauere Angaben findet Ihr hier.

Die drei nominierten Spiele in alphabetischer Reihenfolge:
Kingdomino

Autor: Bruno Cathala
Grafiken: Cyril Bouquet
Verlag: Blue Orange / Pegasus Spiele

Spielidee

Es handelt sich um ein Plättchen-Lege-Spiel, welches mit einem speziellen Auswahlmechanismus beim Beschaffen der Plättchen verwoben ist.
Kurz und knapp: Wer in der letzen Runde das "Wertvollste Plättchen" ausgewählt hat, darf in der kommenden Runde als letzter wählen, welches Plättchen er bekommt und umgekehrt. Die Plätchen müssen, wie bei Domino, mindestens an einer Seite mit einem Plättchen derselben Art zusammenstossen. So baut man sich sein Königreich.

Beide Mechanismen sind weder neu, noch besonders originell, wenn diese für sich betrachtet werden. Als Kombination ergibt sich aber ein sehr cleveres Spiel. Es stehen ständig Entscheidungen an. Welches Teil soll ich wählen? Kommen in der nächsten Runde wohl bessere oder schlechtere Teile für mich? Wie kann ich das bestehende Teil verbauen, ohne dass ich Löcher in mein Königreich reisse? Das Spiel ist in 20 Minuten gespielt und kann gewertet werden. Wartezeiten für die Mitspieler entstehen nicht, da jeder bereits bei seinem Königreich am planen ist oder beobachtet, was seine Gegner machen, um diesen die richtigen / wichtigen Teile wegzuschnappen.

Regelgestaltung

Die Regeln sind sehr einfach gehalten. Die Bilder unterstützen die Verständlichkeit. Bereits nach wenigen Minuten hat man das Spiel verstanden und es bleiben keine Fragen offen.

Spielmaterial

Die Teile sind qualitativ sehr gut und wertig verarbeitet. Der Sack, welcher der Pegasus Version beiliegt, ist leider zu klein. Wir spielen ohne den Sack und stapeln die Teile. Qualitativ vermag hier alles zu überzeugen.

Grafik

Das Spielmaterial ist grafisch sehr schön gestaltet. So sieht man auf einer Wiese den Schatten eines vorbeifliegenden Drachen oder ein Seeungeheuer im Wasser. Die Übersichtlichkeit geht dabei nicht verloren. Es macht Spass am Schluss der Runde sein Königreich zu betrachten.

Pro

- Sehr einfach Spielregeln
- Schnell gespielt
- Schönes optisches Endergebnis, auch wenn man nicht gewonnen hat
- Kaum negative Rückmeldungen bei meinen Mitspielern

Kontra

- Vielspieler vermissen etwas Spieltiefe
- Domino im Namen schreckt viele vom Spiel ab. Leider.

Magic Maze

Autor: Kasper Lapp
Grafiken: Gyom
Verlag: Sit Down! / Pegasus Spiele


Spielidee

Bei Magic Mace spielen wir ein kooperatives Echtzeitspiel. Dabei können alle Spieler alle Spielfiguren steuern. Die Steuerung selbst ist aber eingeschränkt. So kann zum Beispiel ein Spieler nur Spielzüge Richtung Osten machen und Rolltreppen bedienen und ein anderer nur Züge Richtung Süden und das Labyrinth erweitern. Innovativ ist hier vor allem die Art der Kommunikation. Während der Planung und bei gewissen Spielzügen ist es erlaubet, miteinander zu sprechen. Und dazwischen? Dazwischen versuchen wir ohne miteinander zu sprechen, durch Blicke oder dem roten "mach endlich was Pöppel" das Spiel in unserem Sinn voran zu treiben.

Andes als bei bisherigen kooperativen Echtzeitspielen ist es hier in der aktiven Phase sehr ruhig. Alle sind konzentriert und versuchen zu sehen, bei welcher der vier Spielfiguren sie einen Zug machen könnten. Der Druck der anderen Spieler kann dabei schon einmal beträchtlich steigen, wenn man eine Figur und deren Ziel etwas aus den Augen verliert. Es lädt aber auch ein, die Spielregeln etwas freier zu interpretieren, wozu ich sehr rate.

Regelgestaltung

Die Regeln sind klar und strukturiert aufgebaut. Hier sollte etwas Zeit in das Regelstudium und die Erklärung investiert werden. Danach fühlt sich das Spiel aber sehr intuitiv an. Besonders gelungen ist, dass bei den einzelnen Missionen nur wenige neue Regeln eingeführt werden. Dadurch spielt es sich sehr flüssig durch. Für mich eine der besten Spielregeln des letzten Jahrganges.

Spielmaterial

Leider ist hier die Qualität etwas weniger hoch. Wenn viel gespielt wird, sind deutlich Abnutzungserscheinungen zu erkennen. Die Farben der Figuren sind für Menschen mit Farbschwäche nur schlecht erkennbar. Deshalb wurden Aufkleber gestaltet. Eine gute Idee. Der Leim der Kleber hält aber nicht sonderlich gut, weshalb sich diese immer wieder lösen und mit Leim geklebt werden müssen. Auf ein Inlay wurde leider verzichtet, was dem Spielematerial auch nicht sonderlich gut bekommt oder einer besseren Organisation durch den Käufer bedarf (z.B. Plastikbeutel).

Grafik

Die Karten sind sehr schön, aber auch schlicht gestaltet. Mehr als auf den Karten zu sehen ist, braucht es auch nicht. Schliesslich steht hier die Übersichtlichkeit klar im Vordergrund. Ausserhalb der Spielfelder und ganz vereinzelt auch darauf, sind kleine Grafiken zu sehen, wie Spinnen, die Verkaufsabteilungen oder Lager. Für mich ist es mit dem Thema und der Art des Spieles sehr stimmig.

Pro

- Einfacher Einstieg
- Langsam steigender Schwierigkeitsgrad mit hoher Lernkurve
- Kooperativ ohne Alphaspieler-Problem
- Weckt die meisten positiven, euphorischen Emotionen


Kontra

- Hier kann sich schon mal Frust aufladen und an Mitspielern entladen
- Viele Kinder und Jugendliche, aber auch einige Erwachsene, sind dem Stress nicht gewachsen
- Weckt nicht nur die meisten positiven, sondern auch die meisten negativen Emotionen

Wettlauf nach El Dorado

Autor: Reiner Kinizia
Grafiken: Franz Vohwinkel
Verlag: Ravensburger



Spielidee

Wettlauf nach El Dorado besteht aus zwei Spielmechaniken. Zum einen ist es ein Spiel mit einem Wettrennen und zum anderen ein Deck-Building Spiel. Alle Spieler erhalten ein identisches Deck mit Handkarten. Diese haben die zwei Funktionen. Entweder nutzt man sie, um über Felder zu ziehen oder als Währung, um neue und bessere Karten zu kaufen. Die benutzen Karten werden auf einen persönlichen Ablagestapel gelegt. Wenn der Zugstapel aufgebraucht ist, wird der Ablagestapel neu gemischt und dient erneut als Zugstapel, mit den neu dazugekauften bessern Karten.

Die sehr gelungene Kombination dieser beiden Spielprinzipien und die Reduktion der Auswahl der Karten, welcher gekauft werden können (jeweils 6 verschiedene Arten von Karten stehen im Markt zum Verkauf) geben ein sehr angenehmes rundes Spielgefühl. Mit einem Kartendeck zu spielen ist für Familienspieler seit Dominion oder Colt Express nicht mehr neu. Auch der Modulare Spielplan lädt zum experimentieren ein und gibt einem Möglichkeiten, das Spiel immer neu zu gestalten.

Regelgestaltung

Zuerst fällt auf, dass es zwei "Regeln" gibt. Das einzelne Blatt ist für den Aufbau des Spielplanes gedacht. Dabei werden eine Startstrecke und weitere längere Strecken vorgeschlagen. Ausserdem werden auch noch Tipps erteilt, welche es einfacher machen, eine eigene Strecke zu bauen. Die Regeln selbst kommen in einem 8seitigen Heft. Nur die ersten 5 Seiten sind relevant, bevor losgespielt werden kann. Diese sind sehr klar und gut strukturiert. Schön ist auch, dass ein kompletter Zug auf der Seite 6 und ein Glossar auf der Seite 8 abgedruckt sind. Die Höhlen-Variante sollte sowieso erst in einem späteren Spiel angewendet werden und kann deshalb vorerst getrost ignoriert werden.

Spielmaterial

Die Wegteile sind aus hochwertigem Karton hergestellt. Die Karten sind jedoch etwas klein geraten. Wenn diese grösser gewesen wären, hätten diese mehr Platz auf dem Tisch benötigt. Dennoch hätte ich mir hier grössere Karten gewünscht.

Grafik

Die Karten sind sehr schön, aber auch schlicht gestaltet. Sehr positiv zu bewerten ist auch, dass Frauen und Männer auf den Karten etwa gleich oft vertreten sind. Obwohl dies keinen zusätzlichen Aufwand bedeutet, wird dies von den Verlagen zu oft nicht beachtet. Geländetafeln sind sehr einfach gehalten. Hier wurde wohl der Übersichtlichkeit sehr viel Wert gezollt und wenig Aufwand für Details betrieben.

Pro

- Sehr zugängliches Familienspiel
- Schwierigkeitsgrad und Spieldauer kann angepasst werden.
- Planung wird oft belohnt

Kontra

- Ein Spieler kann allen Mitspielern den Weg blockieren (je nach Weg)
- Jüngere Mitspieler müssen sich erst einfuchsen, bevor sie eine Chance auf den Sieg haben

Fazit zu den Nominierungen insgesammt

- Die Jury hat eine sehr schöne, breite Auswahl getroffen
- Alle drei Spiele hätten den Titel verdient
- Alle drei Spiele sind, nach meiner Meinung, in der richtigen Kategorie nominiert
(Ich finde auch Exit ist in der richtigen Kategorie als Kennerspiel)

Der Sieger meines Herzens

ist Kingdomino weil
- es immer wieder auf den Tisch kommt
- Meine Kinder (12 und 9 jährig) es ohne Zögern ausgewählt haben, als sie ein Spiel in die Schule nehmen durften
- es das Zeug zu einem Klassiker bei den Legespielen hat (wie Heckmeck am Bratwurmeck bei den Würfelspielen)

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